.© Pfarrer Michael Nitzke, Evangelische Kirchengemeinde Kirchhörde
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Augenblickmal Radio 91.2 - 18.5..2001
Immer kommt irgendwas dazwischen. Wenn ich gerade ins Brötchen beiße, ruft sicher einer an. Wenn ich einen Tag frei habe, dann regnet es. Immer kommt was dazwischen.
„DaZwischen" so heißt der Titel der „Theatertage der Kirche". Nächste Woche von Mittwoch bis Sonntag gibt es in Dortmund eine Reihe von Theater-Stücken in Kirchen und Spielorten der freien Dortmunder Theaterszene.
„Dazwischen" ist das verbindende Thema, und es ist ein Thema unserer Zeit. Denn oft hat man selbst den Eindruck zwischen den Stühlen zu sitzen. Und schlimm ist es wenn man bei interesanten Diskussion nicht dazwischen kommt. Oder man bewegt sich zwischen zwei Jobs, zwischen Familie und Beruf, zwischen zwei Kulturen.
Zwischen „Robinson Crusoe" im Fletch Bizzel und modernem „grafik-Tanztehater" in der Reinoldikirche bewegt sich das Spektrum der Aufführungen.
Ebenso vielfältig zeigt sich das Bild der Akteure. Es reicht von der freien Gruppe aus der Berliner Theater-Szene bis zur Theaterwerkstatt Bethel, wo Mitarbeitern und Behandelte, Behinderten und Nichtbehinderten durch Theaterspielen zeigen was sie verbindet.
Was ist das kirchliche an den Theatertagen? Bei dem Kinderstück "Engel mit nur einem Flügel", hat man noch am ehesten den Eindruck, dass es hier von Gott und der Welt geredet wird. Doch hier geht es um die wunderbaren und schrecklichen Erlebnisse, die ein kleiner jüdischer Junge im Dritten Reich zwischen Deutschland und Frankreich erlebt hat.
Die Theatertage der Kirche wollen einen Dialog zwischen Religion und darstellender Kunst schaffen.
Sie wollen Menschen einen Zugang zur Kunst ermöglichen. Vielleicht schaffen sie auch für manche Kunstinteressierte einen neuen Zugang zur Kirche.Wir sehen uns bei den Theatertagen der Kirche, wenn nichts dazwischen kommt.
Michael Nitzke
Evangelische Gemeinde Kirchhörde für Augenblickmal