© Pfarrer Michael Nitzke, Evangelische Kirchengemeinde Kirchhörde
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Augenblickmal Radio 91.2 - 5.5.2000
"Rien ne va plus." - "Nichts geht mehr!" Wer diese Worte am Roulettetisch im Casino Hohensyburg hört, weiß, nun kann er keinen Einfluß mehr nehmen. Ob sich sein Einsatz vervielfacht, oder ob sein Geld weg ist, das liegt nun nicht mehr in der eigenen Hand. Entscheidend ist allein, in welchem der 37 Fächer die Kugel liegen bleibt.
Wer Glück hat gewinnt, (doch) die meisten haben (eher) Pech. Aber eins ist klar: auf die Dauer gewinnt in diesem Spiel immer das Casino.
Vor ein paar Tagen bekam ich
den neuen Dortmunder Bürgerbrief in die Hand. Daraus strahlt
mich ein frisch verheiratetes Ehepaar an. Im Vordergrund dieses
Hochzeitsfotos sieht man einen Roulettetisch. Darüber die Worte:
"Viel Glück fürs Leben!"
Die Stadt Dortmund bietet seit zwei Jahren Eheschließungen außerhalb der Standesämter an. Vom alten Hafenamt bis zum Fernsehturm, gibt es einige gediegene Orte, für den wichtigsten Schritt im Leben. Und das Spielcasino gehört nun auch dazu.
Sicherlich ist das ein feiner Ort für diesen Anlaß. Aber für mich ist die Roulettekugel kein gutes Symbol für eine gelungene Ehe. Da ist das Scheitern schon mit inbegriffen und das Gelingen eher die Ausnahme. "Viel Glück!", das sagt sich so leicht. Aber wer dies zu einem Brautpaar sagt, meint damit hoffentlich nicht, "Ich hoffe, dass der Zufall euch hilft, und ihr unter den wenigen seid, deren Ehe gelingt."
Wenn ich in unserer Kirche in Kirchhörde vor einem Brautpaar stehe, wünsche ich ihm Gottes Segen und Begleitung. Ich wünsche das Gott ihnen hilft und ihnen Gutes zuspricht.
Das Wort Glück kommt in der Bibel kaum vor. Und dort wo es gebraucht wird meint es gutes Gelingen und umfassendes Heil.
Ich wünsche allen Ehepaaren, daß sie ihre Ehe nicht als Glücksspiel sehen, sondern dass Gott ihnen das Gelingen für ihr gemeinsames Leben schenke.
Michael Nitzke
Evangelische Gemeinde Kirchhörde
für Augenblickmal